Bauchstraffung/ Bauchdeckenstraffung

BEHANDLUNGSVERLAUF

In Abhängigkeit des Ausmaßes an Haut-/Fettüberschuss bzw. der Fettschürze sind unterschiedliche Schnittführungen und Methoden möglich. Eine Vollnarkose ist bei allen Varianten notwendig und sinnvoll.

Abdominoplastik (klassische Schnittführung mit bogenförmigem Schnitt am Unterbauch)

Hier wird oberhalb der Schamhaargrenze ein bogenförmiger Schnitt von Beckenkamm zu Beckenkamm vorgenommen, der entlang der Bikini-Linie verläuft. Der Bauchnabel wird ebenfalls umschnitten, um die zu entfernende Haut vom Nabel abzulösen. Überschüssige Haut und das darunter liegende Fettgewebe werden dann entfernt und der Oberbauchanteil der vorderen Leibeswand in Richtung Leiste bzw. Schambereich gestrafft. Der Bauchnabel wird in eine neue Öffnung in der Haut fixiert wird. Im gleichen Eingriff kann auch ein Bauchwandbruch (Nabelbruch, Leistenbruch), eine sog. „Hernie“ repariert oder eine fehlverheilte Narbe korrigiert werden (z.B. von einem Kaiserschnitt). Desweiteren kann über eine Raffung der Bauchmuskulatur eine Betonung der Taille erreicht werden (sog. „inneres Korsett“). Dieser Teil der Operation wird ggf.  sogar von Ihrer Krankenkasse übernommen. ln manchen Fällen ist eine Kombination mit einer Fettabsaugung in den Flanken oder am Oberbauch sinnvoll. Die Narben sind eher lang und können leicht länger als 50cm sein, verheilen aber in aller Regel gut.

Die Abdominoplastik ist auch eine Teiloperation eines sog. „ Bodylifts“, bei dem zusätzlich noch der untere Rücken, Hüften, Gesäß und Oberschenkel gestrafft werden.

Ankerförmiger Schnitt mit senkrechter Schnittführung in der Mittellinie (Fleur-de-lis-Technik)

Bei ausgeprägtem Haut- bzw. Fettüberschuss in der Mittellinie und/-oder oberhalb des Bauchnabels kann die Schnittführung aus technischen Gründen durch einen senkrechten Schnitt erweitert werden, um ein ästhetisch gutes, faltenfreies Ergebnis zu ermöglichen. Der Narbenverlauf entspricht in diesem Fall einer stilisierten Lilie, weswegen die Namensgebung „Fleur-de-lis-Technik“ zustande kommt.

Mini-Abdominoplastik (mit reduzierter Narbenlänge)

Bei geringerer Ausprägung des gesamten Hautüberschusses kann eine kleinere Variante („kleine Bauchstraffung“) vorgenommen werden. Bei dieser Methode erfolgt der Schnitt in ähnlicher Position wie bei der „großen“ Straffung, ist aber an den Seiten deutlich kürzer. Der Bauchnabel muss meist nicht versetzt werden.

Was passiert VOR der BAUCHDECKENSTRAFFUNG?

Befolgen Sie unbedingt die für ihr Gesundheitsprofil individuellen Anweisungen des Arztes. Im Vordergrund steht hierbei z.B. die Absetzung blutgerinnungshemmender Medikamente (u.a. Aspirin, Marcumar), falls Sie diese einnehmen, und die Ernährung vor der Operation. Auf übermäßigen Alkoholgenuß und Schlafmittel sollte mindestens 14 Tage vor dem Eingriff weitgehend verzichtet werden. Nikotinabstinenz ist für mindestens 4 Wochen vor der Operation zu empfehlen, da ansonsten erhebliche Wundheilungsstörungen auftreten können.

Was passiert NACH der BAUCHDECKENSTRAFFUNG?

Wir empfehlen, mindestens 2-3 Nächte in der Klinik zu bleiben. In manchen Fällen besteht aber die Möglichkeit, den Eingriff ambulant durchführen zu lassen (Mini-Abdominoplastik). Sie erhalten direkt nach dem Eingriff ein passgenaues, sog. Kompressionsmieder. Diese Kompressionsstütze muss während ca. vier bis sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden und ist ein wichtiger Teil der Therapie. Die kleinen Drainageschläuche, die für den Abfluss von Blut und Wundflüssigkeit aus dem Wundgebiet sorgen, werden nach zwei bis vier Tagen nach der Operation entfernt. Es wird eine Thrombose-Prophylaxe gespritzt (Heparin). Bereits am OP-Tag abends, spätestens aber am ersten postoperativen Tag können Sie aufstehen. Die sichtbaren Fadenenden an der Hautoberfläche werden nach ca. 14 Tagen entfernt, tiefe Nähte lösen sich von selbst auf. Duschen ist nach 4 bis 6 Tagen nach der Operation wieder möglich.

Leichte sportliche Betätigung oder körperliche Anstrengung ist nach drei bis vier Wochen schon möglich, Sportarten, die das Gewebe stark beanspruchen, müssen zwei bis drei Monate warten. Bitte bedenken Sie, dass ein endgültiges Ergebnis häufig jedoch erst nach 3 bis 6 Monaten, manchmal länger, sichtbar ist und nicht nur von der Operation alleine abhängt(Schwellungen etc.), sondern auch vom Verlauf der Nachbehandlung und der Disziplin, mit der Sie sich an die notwendigen postoperativen Vorgaben halten.

Bitte bewahren Sie in Ihrem eigenen Interesse die notwendige Geduld!

RISIKEN

Auch wenn dies selten vorkommt, besteht generell die Gefahr von größeren Blutungen während der Operation. In seltenen Fällen kann sogar eine Bluttransfusion notwendig sein. Infektionen und Entzündungen des Unterhautgewebes können ebenfalls auftreten, wenn auch sehr selten. Gefühlsstörungen im Bereich der Narben normalisieren sich in der Regel nach einigen Wochen. Ein Taubheitsgefühl der Haut im Bereich der Narben kann jedoch dauerhaft bleiben. Bei zu starker Straffung der Bauchdecke kann es zu Durchblutungsstörungen kommen. Bei starken Rauchern besteht wie bei jeder Operation eine erhöhte Gefahr, da bei ihnen die Wundheilung schlechter ist, wodurch breitere Narben entstehen können. Bei ungleichmäßiger Bearbeitung der Muskeln, des Bindegewebes und der Haut können Dellen und Unregelmäßigkeiten entstehen. Da es sich um einen großflächigen Eingriff handelt, können Asymmetrien und Gewebeüberschüsse nicht vollständig ausgeschlossen werden. Nicht ausgeschlossen sind außerdem die allgemeinen OP-Risiken, sowie ein Ergebnis, das nicht Ihren persönlichen Erwartungen entspricht.

NEBENWIRKUNGEN

In den ersten Wochen nach der Operation werden Sie ein Spannungsgefühl, ähnlich einem starken Muskelkater verspüren. Die Wundschmerzen lassen innerhalb weniger Tage nach. Schwellungen und Blutergüsse klingen nach ca. 2–4 Wochen langsam ab. Im Bereich der Wunde können Sensibilitätsstörungen mit Taubheitsgefühl vorkommen. Diese bilden sich im Normalfall innerhalb weniger Monate fast vollständig wieder zurück. Wie bei jeder Operation gelten die allgemeinen Operationsrisiken: u.a. Nachblutungen, Schwellungen, Störung der Wundheilung, Blutergüsse, Infektionen und die Gefahr eines Blutgerinnsels (Thrombose), bis zum Verschluss eines Blutgefäßes (Embolie). Schwerwiegende Komplikationen mit bleibenden Schäden sind allerdings eher selten.

ÜBERBLICK

Fachbegriff Abdominoplastik, engl. „tummy tuck“
Ziel Straffung erschlaffter Haut und Bindegewebe (Fettgewebe)
Methode Entfernung überschüssiger, erschlaffter Haut, ggf. in Kombination mit Fettabsaugung
Dauer der Operation 2 bis 4,5 Stunden
Narkose Vollnarkose
Klinikaufenthalt 1-2 Tage, ggf. auch ambulant
Nach der Operation Duschen nach Entfernen der Verbandes nach ca. 5 Tagen;
Mobilisation (Aufstehen) bereits am OP-Tag oder ein Tag postoperativ;
Entfernung der Drainagen nach 2 - 4 Tagen;
Thrombose-Prophylaxe in den ersten Tagen;
Schmerzen Moderater bis mäßiger Wundschmerz in den ersten Tagen, vor allem bei Bewegung (Aufstehen);
Nachbehandlung und Verhaltens- empfehlungen Fadenentfernung nach 10 - 21 Tagen;
Leichte körperliche Arbeit (Heben schwerer Gegenstände) nach 4-6 Wochen;
Sport nach 8 Wochen;
Sonnen, Sauna- und Solarium
frühestens nach 3 Monaten;
Tragen von Kompressionswäsche für 4 bis 6 Wochen Tag und Nacht;
Vermeidung von übermäßigem Alkoholgenuß und Rauchen für 4 Wochen;
Narben Sichtbare Narben in der Bikinizone, bei vorherigem Kaiserschnitt Verlängerung dieser Naht nach außen
Gesellschafts- und Arbeitsfähigkeit Nach ca. 2-6 Wochen, in Abhängigkeit vom Arbeitsprofil
Haltbarkeit bei konstantem Körpergewicht und/oder ohne Schwangerschaft dauerhaft
Risiken Durchblutungsstörungen im Bereich des Bauchnabels und der Bauchhaut;
Wellen, Dellen, Asymmetrien, etc.;
Ästhetisch unbefriedigendes Ergebnis;
Nebenwirkungen Schwellungen;
Blutergüsse oder Nachblutungen;
Ansammlung von Wundflüssigkeit in der Wundfläche (sog. „Serom“);
Taubheitsgefühl (vorübergehend);
Berührungsempfindlichkeit (vorübergehend);

Häufig gestellte Fragen

Nur wer alle Fakten kennt, ist gut beraten. Ich nehme mir gern die Zeit und beantworte Ihre Fragen. Hier finden Sie einige Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Fragen & Antworten

Medizinisches Glossar

  • Plastysmaplastik

    siehe auch Halslifting ... Zum Glossar

  • Bauchstraffung, Bauchdeckenstraffung

    auch Abdominoplastik genannt ,ist ein chirurgisches Verfahren, das die Entfernung von überschüss ... Zum Glossar

  • Kompressionsbekleidung

    Eng anliegende Kleidung, die dazu entworfen wurde, um Schwellungen und Blutergüsse nach der Oper ... Zum Glossar

  • Body Dysmorphic Disorder (BDD)

    siehe auch Körperschemastörung ... Zum Glossar

  • Anästhesie

    „Zustand der Empfindungslosigkeit“. Die Anästhesie ist eine medizinische Behandlung, um wahrgeno ... Zum Glossar


Beratungstermin vereinbaren