Fettabsaugung (Liposuktion)

BEHANDLUNGSVERLAUF

Klassische Körperzonen der Behandlung sind Bauch, Taille/Flanken, Po und Beine. Aber auch Absaugungen an vielen anderen Körperstellen sind möglich: z.B. an Kinn (Doppelkinn) oder Hals. Die Operation kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden, wobei eine örtliche Betäubung nur bei kleinen Arealen zu empfehlen ist. Am häufigsten wird der Eingriff mit der sog. Tumeszenz-Technik durchgeführt. Der Begriff „Tumeszenz“ stammt vom lateinischen Wort „tumescere“ (aufblasen, auffüllen) ab.

Ein Flüssigkeitsgemisch bewirkt dabei, dass das Fett leichter abzusaugen ist.

Dr. Noack markiert zunächst vor der Operation auf der Haut des Patienten die Absaugbereiche ein. Im Operationssaal spritzt er anschließend eine Mischung aus physiologischer Kochsalzlösung und einem lokal wirkenden Betäubungsmittel in die Fettschicht. Nach einer ca. 20-30 minütigen Einwirkzeit führt der Chirurg die stricknadeldünne Kanüle an den vormarkierten und betäubten Stellen in das Gewebe ein und saugt mittels unterschiedlich dicker Absaugkanüle die Fettzellen ab. Die Vorgehensweise bei dieser Methode erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

In geringem Umfang kann das abgesaugte Fett auch wieder als Füllmaterial für die Aufpolsterung im Gesicht oder den Ausgleich von Dellen verwendet werden (Eigenfettbehandlung, Lipofilling)

Die Industrie bringt immer wieder neue Methoden zur „schonenden“ Fettentfernung auf den Markt, deren Wirksamkeit und Nutzen sehr zweifelhaft ist. Insbesondere folgende Methoden sind mit Vorsicht zu genießen:

Laser Liposuktion (Laserlipolyse, Soft-Laser)

Eine Lasersonde wir in lokaler Betäubung in den Fettbereich der Unterhaut eingebracht. Durch die Wärmeenergie des Lasers wird das Fettgewebe gelöst und verflüssigt. Das gelöste Fett muss bei sehr kleinen Bereichen nicht abgesaugt werden, da es durch den natürlichen Stoffwechsel absorbiert wird. Bei grösseren behandelten Bereichen wird das verflüssigte Fettgewebe ohnehin mit einer klassischen Technik abgesaut. Dieses Verfahren ist relativ neu auf dem Markt, so dass hierfür noch keine ausreichenden Erfahrungen und wissenschaftliche Daten existieren.

„Fett-Weg-Spritze“ (Injektionslipolyse)

Bei der sogenannten Fett-Weg-Spritze wird der aus der Sojabohne gewonnene Wirkstoff Phosphatidylcholin, auch als Lecithin bekannt und durch die Haut direkt in das zu behandelnde Fettgewebe gespritzt. Hierdurch werden vorhandene Fettzellen gelöst, vom Stoffwechsel abtransportiert und schließlich auf natürliche Weise ausgeschieden. Hierdurch wird Fettgewebsvolumen reduziert. Es existiert keine seriöse Langzeitstudie, die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Fett-Weg-Spritze belegen. Auch kann der Anwender keine sichere Vorhersage über die entstehenden Körperkonturen oder Dellenbildung machen. Für kleine, umschriebene Areale hat die Methode sicherlich eine Berechtigung.

„Fett-Weg-Laser“

Bei dieser nicht-operativen Methode werden die Fettzellen einer hohen Laserstrahlung ausgesetzt, die einige Millimeter tief in das Gewebe eindringen. Durch diesen Prozess verflüssigen sich die Fettzellen in ähnlicher Weise wie bei der eigentlichen Laserlipolyse. Oft sind mehrere Sitzungen nötig, ein dauerhafter Effekt ist bei dieser Methode nicht garantiert und deshalb nicht empfehlenswert.

Was passiert VOR der FETTABSAUGUNG?

Befolgen Sie unbedingt die für ihr Gesundheitsprofil individuellen Anweisungen des Arztes. Im Vordergrund steht hierbei z.B. die Absetzung blutgerinnungshemmender Medikamente (u.a. Aspirin, Marcumar) , falls Sie diese einnehmen, und die Ernährung vor der Operation. Auf übermäßigen Alkoholgenuß und Schlafmittel sollte mindestens 14 Tage vor dem Eingriff weitgehend verzichtet werden. Nikotinabstinenz ist für mindestens 4 Wochen vor der Operation zu empfehlen, da ansonsten erhebliche Wundheilungsstörungen auftreten können.

Was passiert NACH der FETTABSAUGUNG?

Wir empfehlen mindestens eine Nacht in der Klinik zu bleiben. In manchen Fällen besteht die aber Möglichkeit, den Eingriff ambulant durchführen zu lassen. Sie erhalten direkt nach dem Eingriff ein passgenaues sog. Kompressionsmieder. Diese Kompressionsstütze muss während ca. vier bis sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden und ist ein wichtiger Teil der Therapie. Bei einer ambulanten Operation können Sie die Klinik zwei bis vier Stunden nach der OP verlassen, sollten jedoch abgeholt werden. 24- 48 Stunden nach der OP fühlt sich der Patient in der Regel wieder fit. Etwas Wundsekretion über die Einstichstellen der Kanülen ist normal. Duschen ist nach 3 Tagen möglich. Fünf bis sieben arbeitsfreie Tage sind zu empfehlen, bei starker körperlicher Arbeitsbelastung auch länger. Über zwei Wochen lang berichten die Patienten an den abgesaugten Stellen über einen muskelkaterähnlichen Schmerz, der langsam verschwindet. Leichte sportliche Betätigung oder körperliche Anstrengung ist nach drei bis vier Wochen schon möglich, Sportarten, die das Gewebe stark beanspruchen (Tennis oder Fußball), müssen zwei bis drei Monate warten. Obwohl in den meisten Fällen schon bald nach Operation ein richtungsweisendes Ergebnis sichtbar ist, kann frühestens nach drei Monaten das erste Resultat beurteilt werden. Ein endgültiges Ergebnis ist häufig jedoch erst nach ungefähr acht bis zwölf Monaten sichtbar und hängt nicht nur von der Operation alleine ab (Schwellungen etc.), sondern auch vom Verlauf der Nachbehandlung und der Disziplin, mit der Sie sich an die notwendigen postoperativen Vorgaben halten.

Abgesaugte Zellen wachsen zwar nicht nach, doch werden bei einer Absaugung nicht alle Fettzellen einer Region komplett abgesaugt.

Die verbliebenen Zellen können bei falscher Ernährung wieder an Volumen zunehmen, allerdings treten die vorherigen Problemzonen nicht mehr so deutlich in Erscheinung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich das Gewicht in diesem Fall über alle Bereiche gleichmäßig verteilt.

RISIKEN

Viele Probleme, die nach einer Liposuktion auftreten können, sind eine Frage der Technik . Falls der Operateur über zu wenig Erfahrung verfügt oder zu wenig präzise arbeitet, aber auch durch individuelle Umstände kann es zu sichtbaren Asymmetrien, Wellen- und Dellenbildung kommen. Verfügt die Haut z.B. nicht über die erforderliche Elastizität, um sich der neuen Körperform anzupassen, können ebenfalls wellenförmige Unregelmässigkeiten in Form eines Hautüberschusses im Gewebe entstehen. Eine nachträgliche Hautstraffung kann dann notwendig werden, wobei allerdings mit sichtbaren Narben gerechnet werden muss. Von den Einschnittstellen der Kanülen können ebenso sichtbare Narben zurückbleiben. Mikroskopische Verletzungen an der Unterhautschicht, die durch die Absaugung entstehen, sind erwünscht und nicht sichtbar. Sie regen zur Neustrukturierung der Haut (Kontraktion) mit dem gewünschten straffenden und glättenden Effekt an.

Falls der Arzt zu viel Flüssigkeit in die zu behandelnde Stelle spritzt oder zu viel Fett absaugt, kann es zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Nicht ausgeschlossen sind außerdem die allgemeinen OP-Risiken, sowie ein unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis.

NEBENWIRKUNGEN

Kleinere Blutungen und Hämatome sind völlig normal und verschwinden in der Regel nach zwei bis sechs Wochen.

ÜBERBLICK

Fachbegriff Liposuktion (neuere Begriffe: Bodyforming, Bodycontouring, Liposculpturing)
Effekt Entfernung störender Fettdepots zur Verbesserung der Körperform bzw. -silhouette
Methode Absaugung von Fettgewebe unter der Haut mit speziellen Kanülen
Dauer der Behandlung ca. 1-5 Stunden, je nach Ausmaß
Narkose Vollnarkose, kleinere Areale in Lokalanästhesie möglich
Klinikaufenthalt Ambulant, größere Liposuktionen auch stationär
Nach der Operation Verbandwechsel nach 3-5 Tagen
Schmerzen Moderater bis mäßiger Wundschmerz in den ersten Tagen, häufig als „starker Muskelkater“ wahrgenommen
Nachbehandlung und Verhaltens- empfehlungen Regelmäßige Wundkontrollen (2 bis 3 Nachkontrollen);
Fadenentfernung nach 2 Wochen;
Tragen von Kompressionswäsche für 4 bis 6 Wochen Tag und Nacht;
Lymphdrainage nach ca. 2-3 Wochen möglich und sinnvoll;
Vermeidung von übermäßigem Alkoholgenuß und Rauchen für 4 Wochen;
Sonnenexposition oder Solarium erst nach vollständigem Verschwinden der Blutergüsse;
Sauna nach 8-12 Wochen;
Leichte körperliche Arbeit und sportliche Aktivitäten nach 2 - 6 Wochen, je nach Ausmaß der Absaugung;
Narben Kaum sichtbare Narben an den Einführungsstellen der Absaugekanülen
Gesellschafts- und Arbeitsfähigkeit Nach 3 bis 12 Tagen, je nach Ausmaß der Absaugung
Haltbarkeit bei konstantem Körpergewicht dauerhaft
Risiken Kreislaufprobleme;
Wellen, Dellen, Asymmetrien, etc.;
Ästhetisch unbefriedigendes Ergebnis;
Gewebeverhärtungen;
Unterkorrektur / Überkorrektur;
Taubheitsgefühl (dauerhaft);
Längere Rückbildungszeit der Haut bei schlaffem Bindegewebe, ggf. ausbleibende;
Rückbildungszeit mit nachfolgender Straffungsnotwendigkeit;
Nebenwirkungen Schwellungen;
Blutergüsse oder Nachblutungen;
Ansammlung von Wundflüssigkeit in der Wundfläche (sog. „Serom“);
Taubheitsgefühl (vorübergehend);
Berührungsempfindlichkeit (vorübergehend);

Häufig gestellte Fragen

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Fragen & Antworten

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