Bauchfettschürze entfernen –
was Sie wirklich über diesen Eingriff wissen sollten

Lesezeit: 4min | Autor: Dr. med. Niklas Noack

 

Eine Bauchfettschürze – oft einfach „Fettschürze“ genannt – ist für viele Menschen weit mehr als eine optische Belastung. Sie entsteht häufig nach starkem Gewichtsverlust oder nach Schwangerschaften, wenn die Haut sich trotz Ernährung, Sport und normaler Gewichtsreduktion nicht mehr zurückbilden kann. Der Bauch hängt, die Kontur wirkt unruhig, und Betroffene haben nicht selten auch funktionelle Beschwerden wie Reibungen oder Hautirritationen.

Beratung bei Dr. med. Niklas Noack

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Fettschürze entsteht durch überschüssige, überdehnte Haut – meist nach starkem Gewichtsverlust, Schwangerschaften oder genetisch bedingtem schwachem Bindegewebe. Fettabsaugung allein hilft hier nicht weiter.
  • Die einzige wirksame Behandlung ist die Bauchdeckenstraffung, bei der die überschüssige Haut entfernt, der Bauchnabel neu positioniert und – falls nötig – die Muskulatur gestrafft wird.
  • Das Ergebnis führt meist zu einer deutlichen körperlichen und seelischen Entlastung – trotz unvermeidbarer Narbe, die später meist gut zu kaschieren ist. Eine genaue persönliche Beratung ist entscheidend.
In meinem Podcast habe ich ausführlich über diese Situation gesprochen – und darüber, was es bedeutet, eine Fettschürze entfernen zu lassen.

Warum eine Fettschürze entsteht

Die Ursache einer Bauchfettschürze ist fast immer eine Überdehnung der Haut. Das passiert vor allem bei:

 

  • starkem Gewichtsverlust – besonders nach Magenverkleinerungen
  • Schwangerschaften
  • schwachem oder genetisch bedingtem Bindegewebe
  • langfristigen Gewichtsschwankungen

 

Wenn die Elastizität der Haut erschöpft ist, kann sie sich nicht mehr zurückziehen. Der Körper formt sich zwar neu – doch der Hautmantel bleibt zu groß. Viele Betroffene empfinden die Fettschürze als störend im Alltag, beim Sport oder im sozialen Umfeld.

Dr. med. Niklas Noack

Warum Fettabsaugung allein bei einer Fettschürze nicht ausreicht

Ein häufiger Wunsch ist eine reine Fettabsaugung. Verständlich, denn das klingt nach einer einfacheren Lösung.
Doch bei einer echten Fettschürze liegt das Problem fast nie im Fett, sondern in der überschüssigen Haut.

Eine Absaugung kann ergänzen, aber sie kann die Fettschürze nicht entfernen, wenn:

 

  • die Haut überdehnt ist
  • viele Dehnungsstreifen bestehen
  • die Elastizität deutlich vermindert ist
  • die Fettschürze wie ein Hautlappen über der Schamzone hängt

 

In diesen Situationen führt kein Weg an der Entfernung der Haut vorbei – und damit an einer Bauchdeckenstraffung.

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Ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Bauchfettschürze entfernen: Was eine Bauchdeckenstraffung leisten kann

Die Bauchdeckenstraffung ist ein Routineeingriff, der weltweit häufig durchgeführt wird und dennoch immer individuell geplant sein muss.
Sie stellt die einzige zuverlässige Methode dar, eine Fettschürze vollständig zu entfernen.

Die größte Sorge vieler Patientinnen und Patienten betrifft die Narbe. Der Schnitt verläuft:

 

  • tief im Unterbauch
  • von Hüftknochen zu Hüftknochen
  • meist zwischen 30 und 50 cm

 

Diese Narbe ist ein Tausch: Die störende Fettschürze verschwindet – dafür entsteht eine feine, gerade Linie, die später meist gut unter Unterwäsche oder Badebekleidung verborgen werden kann. Viele berichten, dass die Narbe im Vergleich zur vorherigen Situation kaum ins Gewicht fällt.

Ein Blick in die Geschichte – warum diese Operation überhaupt entstand

Interessanterweise entstand die Bauchdeckenstraffung nicht aus ästhetischer Motivation. Ende des 19. Jahrhunderts bemerkten französische Chirurgen bei der Behandlung von Nabelbrüchen, dass das Entfernen von zusätzlichem Hautgewebe die Bauchkontur überraschend verbesserte. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich über die Jahrzehnte das moderne Verfahren, bei dem der Bauchnabel erhalten bleibt und nur neu positioniert wird.
Plastischer Chirurg Dr. Niklas Noack

Wann es sinnvoll ist, eine Fettschürze entfernen zu lassen – und wann nicht

Nicht jeder Bauch lässt sich auf die gleiche Art korrigieren. Ein entscheidender Faktor ist das viszerale Fett, also das innere Bauchfett zwischen den Organen. Es liegt hinter der Muskulatur und kann:

 

  • nicht abgesaugt
  • nicht herausgeschnitten

 

werden. Wenn dieses innere Fett sehr ausgeprägt ist, kann auch eine korrekt durchgeführte Bauchdeckenstraffung die Form des Bauches nur begrenzt harmonisieren.

In solchen Fällen empfehle ich manchmal, zuerst weiter abzunehmen, bevor über die Entfernung der Fettschürze gesprochen wird. Wichtig ist ein Ergebnis, das am Ende wirklich zufriedenstellt – und dafür braucht es oft eine gute Kombination aus Gewichtsstabilität und chirurgischer Präzision.

Wie verläuft die Bauchfett-Operation – Schritt für Schritt erklärt

Die Entfernung einer Fettschürze erfolgt im Rahmen einer klassischen Bauchdeckenstraffung. Der Ablauf ist klar strukturiert und für Sie als Patientin oder Patient überschaubar:

  • Die Operation findet in Vollnarkose statt, damit Sie den Eingriff entspannt und schmerzfrei erleben.
  • Der Eingriff dauert durchschnittlich etwa drei Stunden, abhängig vom Ausmaß der Fettschürze und eventuellen Zusatzmaßnahmen.
  • Anschließend bleiben Sie eine Nacht stationär, damit wir den frühen Heilungsverlauf gut überwachen können.
  • Der Zugang erfolgt über einen tief sitzenden, weiten Schnitt im Unterbauch, der später meist gut versteckt werden kann.
  • Danach wird die gesamte Fettschürze entfernt, inklusive des überschüssigen Haut- und Fettgewebes.
  • Der Bauchnabel wird ästhetisch neu positioniert, sodass er natürlich wirkt und an der richtigen Stelle sitzt.
  • Falls notwendig, kann gleichzeitig eine Fettabsaugung im Oberbauch oder an den Hüften erfolgen, um die Bauch- und Taillenkontur zu verfeinern.
  • Bei einer Rektusdiastase – einem Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln – wird die Muskulatur im selben Eingriff gestrafft und zusammengeführt, was sowohl die Optik als auch die Körpermitte stabilisiert.
Schönheitschirurgi Dr. Niklas Noack

Welche Risiken bestehen bei einer Bauchfett-Operation?

Wie jede Operation bringt auch die Bauchdeckenstraffung Risiken mit sich. Dazu gehören:

 

  • Blutungen oder Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • breitere oder auffälligere Narben
  • sehr selten: Durchblutungsprobleme am Bauchnabel

 

Die gute Nachricht:
Innere Verletzungen sind extrem selten, da oberhalb der Muskulatur gearbeitet wird und die Bauchorgane geschützt bleiben.

Weltweit werden jährlich mehrere Hunderttausend Bauchdeckenstraffungen durchgeführt – die Erfahrung der Operateure und die Datenlage sind entsprechend groß.

Für wen ist die Entfernung der Bauchfettschürze besonders geeignet?

Dr. med. Niklas Noack

Eine Operation ist sinnvoll, wenn:

 

  • die Fettschürze körperlich oder seelisch belastet
  • Sport und Ernährung keine Verbesserung mehr bringen
  • die überschüssige Haut funktionelle Probleme verursacht
  • der Bauch trotz Gewichtsreduktion unproportioniert bleibt

Viele meiner Patientinnen und Patienten berichten, dass sich ihr Körpergefühl, ihre Haltung und ihr Selbstbewusstsein nach der Operation deutlich verbessert haben. Kleidung sitzt anders, Bewegungen fühlen sich natürlicher an, und das Spiegelbild passt wieder zur eigenen Identität.

Doch kein Fall gleicht dem anderen.
Deshalb ist eine individuelle Beratung der wichtigste Schritt, um realistisch einschätzen zu können, was möglich ist und welche Technik zum besten Ergebnis führt.

Der nächste Schritt zu mehr Wohlbefinden

Eine Bauchfettschürze kann körperlich und emotional belasten – doch es gibt Wege zurück zu mehr Leichtigkeit und Wohlbefinden. Erfahren Sie im Detail, wie eine Entfernung abläuft und welche Chancen der Eingriff bietet.