Die 10 größten Mythen der Schönheitschirurgie
-welche stimmen wirklich?

Lesezeit: 3 min | Autor: Dr. med. Niklas Noack

Jeder kennt sie: Ratschläge aus dem Internet, Erzählungen von Freundinnen oder hartnäckige TikTok-Trends, die echte Wunder versprechen.
In der ästhetischen Medizin begegnen sie uns täglich – und viele Patient*innen sind verunsichert.

Dr. Niklas Noack klärt in diesem Artikel über 10 der weitverbreitetsten Mythen der Schönheitschirurgie auf und zeigt, was wirklich dahintersteckt.

Beratung bei Dr. med. Niklas Noack

Das Wichtigste in Kürze zu den Mythen der Schönheitschirurgie

  • Viele Mythen der Schönheitschirurgie basieren auf alten Informationen, Social-Media-Trends oder Fehlinterpretationen.
  • Moderne ästhetische Medizin arbeitet sicher, wissenschaftlich fundiert und mit Technologien, die deutlich weiterentwickelt sind als früher.
  • Fachärztliche Beratung schützt vor Fehlentscheidungen, unrealistischen Erwartungen und unnötigen Ängsten.
Mythen, Missverständnisse & prominente Beispiele – Faktencheck rund um Implantate, Filler und Haut in meiner Podcast Folge

1. Mythos:
„Brustimplantate müssen alle 10 Jahre gewechselt werden.“

Dieser Mythos begegnet Dr. Noack bei fast jedem Beratungsgespräch. Viele Patientinnen gehen davon aus, dass Implantate eine Art „Ablaufdatum“ hätten.

Fakt ist:
Moderne Implantate sind heute hochentwickelt, besitzen mehrschichtige Hüllen und kohäsive Gele, die selbst bei einem Riss nicht auslaufen.
Solange keine Beschwerden, keine Kapselfibrose und keine sichtbaren Auffälligkeiten im Ultraschall oder MRT bestehen, müssen Implantate nicht ausgetauscht werden.

Ein Wechsel ist nur notwendig bei:

 

  • Kapselfibrose
  • Unwohlsein
  • Defekt des Implantats
  • Wunsch nach Größenänderung

 

Implantate sind kein Joghurt im Kühlschrank – sie „verderben“ nicht nach
10 Jahren.

Brustimplantate

2. Mythos: „Filler verformen das Gesicht dauerhaft.“

Der berühmte „Overfilled-Look“ ist zwar real, entsteht jedoch nicht durch das Material selbst, sondern durch:

 

  • falsche Technik
  • Überbehandlung
  • unkritischen Umgang mit Volumen

 

Wichtig:
Seriöse Behandler*innen nutzen hochwertige Hyaluronsäuren, die der Körper vollständig abbaut.

Und selbst wenn ein Ergebnis nicht gefällt:
Hyaluronsäure lässt sich mit Hyaluronidase gezielt auflösen – ein großer Vorteil gegenüber anderen Verfahren.

Wenn ein Filler bei der Faltenunterspritzung gut gesetzt ist, sieht man nicht den Filler, sondern einfach ein erholtes, harmonisches Gesicht.

3. Mythos: „Zahnpasta hilft gegen Pickel.“

Ein Klassiker aus Teenagerzeiten: Zahnpasta auf den Pickel – und hoffen, dass Menthol und „Frische“ ihn austrocknen.

Die Realität:
Zahnpasta enthält Inhaltsstoffe für Zähne, nicht für entzündete Haut.
Sie reizt, ätzt leicht und verschlimmert den Pickel oft.

Effektiver sind:

 

  • Salicylsäure
  • Benzoylperoxid
  • Fruchtsäuren

 

Bei wiederkehrenden Unreinheiten: dermatologische Abklärung.

4. Mythos: „Botox® ist gefährlich.“

Botulinumtoxin hat als „Gift“ einen zweifelhaften Ruf – und doch zählt es seit über 40 Jahren zu den sichersten Medikamenten in der ästhetischen Medizin, wenn es fachgerecht eingesetzt wird.

Warum es sicher ist:

 

  • extrem kleine Mengen
  • lokale Wirkung
  • seit Jahrzehnten millionenfach erprobt
  • reversibel

 

Problematisch wird Botox® nur bei:

 

  • falscher Dosierung
  • Nicht-Mediziner*innen
  • Schwarzmarkt-Präparaten

 

Ein gutes Ergebnis einer Botox®-Behandlung führt nicht zu einem starren Gesicht, sondern zu einem frischen, erholten Ausdruck.

5. Mythos: „Ein Facelift verändert dein ganzes Gesicht.“

Viele denken bei Facelifts an künstliche Hollywood-Gesichter.
Moderne Verfahren – wie das Deep-Plane-Facelift – haben damit nichts mehr zu tun.

Ziel ist:

 

  • sanftes Repositionieren
  • Wiederherstellen natürlicher Proportionen
  • ein erholter, nicht „gemachter“ Look

 

Patient*innen sollen aussehen wie sie selbst – nur frischer.

6. Mythos: „Zitronenwasser macht schöne Haut.“

Zitronenwasser ist gesund und beliebt auf Social Media.
Doch die Behauptung, es zaubere Porzellanhaut oder Detox-Effekte, ist übertrieben.

Der Vitamin-C-Gehalt ist zu gering, um die Haut sichtbar zu beeinflussen.
Zudem kann Zitronensäure auf nüchternen Magen reizen.

Zitronenwasser schadet nicht – aber es ersetzt keine Hautpflege.

7. Mythos: „Rasieren macht die Haare dicker.“

Dieser Mythos hält sich hartnäckig – ist aber falsch.

Warum es so wirkt:
Beim Rasieren wird das Haar stumpf an der breitesten Stelle gekappt.
Beim Nachwachsen fühlt es sich deshalb dicker an.

Die Haarwurzel bleibt unverändert – die Struktur auch.

8. Mythos: „Kollagencremes bauen Kollagen in der Haut auf.“

Klingt toll, ist aber wissenschaftlich nicht möglich:
Kollagen-Moleküle sind zu groß, um durch die Hautbarriere zu gelangen.

Was Kollagencremes können:

 

  • Feuchtigkeit spenden
  • die Hautoberfläche glätten

 

Was sie nicht können:

 

  • tiefes Kollagen neu bilden

 

Für echten Kollagenaufbau braucht es:

 

  • Retinol
  • Laser
  • Radiofrequenz
  • Microneedling

 

9. Mythos: „Narben nach Schönheits-OPs sind immer sichtbar.“

Narben gehören zu jedem operativen Eingriff.
Doch moderne Schnittführung und gute Nachsorge machen viel möglich.

Gute Narben entstehen durch:

 

  • versteckte Schnittführung in natürlichen Falten
  • geringe Spannung auf der Naht
  • Silikonpflaster & Cremes
  • Sonnenschutz
  • Geduld

 

Viele Narben verblassen zu einem kaum sichtbaren, hellen Strich – aber das dauert meist Monate bis Jahre.

10. Mythos: „Je mehr Pflegeprodukte, desto bessere Haut.“

Die Haut ist kein Experimentierfeld.
Zu viele Produkte können:

 

  • die Hautbarriere schwächen
  • Reizungen auslösen
  • periorale Dermatitis verursachen

 

Eine gute Routine besteht aus wenigen, abgestimmten Schritten:

 

  1. Reinigung
  2. Wirkstoff (z. B. Vitamin C oder Retinol, je nach Haut)
  3. Feuchtigkeit
  4. Sonnenschutz

 

Mehr ist oft nicht besser – nur teurer.

Plastischer Chirurg Dr. Niklas Noack

Fazit: Mythen der Schönheitschirurgie sind hartnäckig – Fakten helfen weiter

Die Schönheitsindustrie ist riesig, Social Media noch größer – und Mythen verbreiten sich schnell. Dieser Faktencheck gibt Ihnen Orientierung und hilft Ihnen, Entscheidungen bewusst und fundiert zu treffen.
Wenn Sie eigene Fragen haben oder ein Mythos Ihnen noch unklar ist, können Sie Dr. Noack jederzeit schreiben.

Sie haben Fragen?

Ich freue mich auf Ihre Nachricht.