Die Patientin, die eine Preservé™-Brustvergrößerung in Betracht zieht, unterscheidet sich oft grundlegend von derjenigen, die eine klassische Mammaaugmentation sucht. Es ist häufig keine Frau, die mit ihrer Brust grundsätzlich unzufrieden ist. Es ist jemand, der präzise weiß, was fehlt: ein bisschen mehr Fülle, etwas mehr Kontur, mehr Stimmigkeit zwischen Oberkörper und Gesamtproportionen. Ein kleiner, aber klarer Schritt in Richtung der Version ihrer selbst, die sie ohnehin schon vor Augen hat.
Viele dieser Patientinnen haben eine klassische Brustvergrößerung nie ernsthaft in Betracht gezogen – wegen der Vollnarkose, wegen der Ausfallzeit, wegen der Volumenschritte, die das Verfahren typischerweise mit sich bringt. Preservé™ bietet ihnen eine Option, die zu ihrer Lebensrealität passt: minimaler Eingriff, schnelle Rückkehr in den Alltag, natürliches Ergebnis – ohne dass jemand merken muss, dass etwas gemacht wurde.
Subglanduläre Lage – kein Eingriff in den Muskel
Bei der Preservé™-Methode wird das Implantat subglandulär platziert – also oberhalb des Brustmuskels, direkt hinter dem Drüsengewebe beziehungsweise in der Schicht unterhalb der Muskelfaszie. Das hat eine entscheidende Konsequenz: Der Musculus pectoralis major bleibt vollständig intakt. Es gibt keinen Muskelschmerz, keine Einschränkung der Armbeweglichkeit in der frühen Heilungsphase und kein sogenanntes Animation Deformity – also keine sichtbare Implantatverformung beim Anspannen der Brustmuskulatur, wie sie bei subpektoraler Platzierung auftreten kann.
Gleichzeitig ermöglicht die subglanduläre Position das natürliche Bewegungsverhalten des Ergonomix²-Implantats: es folgt der Schwerkraft, verändert seine Form je nach Körperhaltung und integriert sich harmonisch in das umgebende Gewebe.
Die subglanduläre Lage setzt eine ausreichende Weichteildecke voraus. Gewebequalität und Hautdicke werden daher in der präoperativen Planung sorgfältig bewertet – sie sind eine der Grundbedingungen dafür, dass das Ergebnis so aussieht, wie es soll.
Stumpfe Präparation – Cooper-Ligamente erhalten
Der zentrale technische Unterschied zur klassischen Brustvergrößerung liegt in der Art, wie die Implantattasche vorbereitet wird. Traditionell wird das Gewebe mit Elektrokauter oder Schere scharf durchtrennt – effizient, aber mit entsprechendem Gewebetrauma verbunden.
Die Preservé™-Technik verzichtet darauf. Der Zugang erfolgt über einen feinen Schnitt von etwa 2,5 Zentimetern in der Unterbrustfalte. Von dort aus wird mit dem Motiva® Channel Separator ein Tunnel durch das Gewebe geführt – nicht durch Schnitt, sondern durch stumpfe Separation. Das bedeutet: Gewebefasern werden beiseitegedrängt, nicht durchtrennt. Nerven, Blutgefäße und die Cooper-Ligamente – die natürlichen Stützbänder der Brust – bleiben dabei weitgehend erhalten.
Das hat direkte klinische Konsequenzen: weniger Blutung, weniger Schwellung, geringeres Infektionsrisiko, schnellere Heilung und ein deutlich geringeres Risiko für Veränderungen der Brustwarzenempfindlichkeit.
Balloon-Expander statt Dissektion
Wo klassische Techniken mit Instrumenten präparieren, setzt Preservé™ auf ein weiteres Spezialelement: den Motiva® Inflatable Balloon. Dieser aufblasbare Einweg-Ballon wird über den vorbereiteten Tunnel in die Gewebeschicht eingeführt und dort kontrolliert aufgeblasen. Das entstehende Volumen verdrängt das Gewebe sanft – bis eine exakt auf das gewählte Implantat abgestimmte Tasche entstanden ist.
Das Ergebnis ist eine präzise geformte, anatomisch passende Kavität, ohne dass dabei Gewebe geopfert werden muss. Die Tasche schmiegt sich anschließend eng um das Implantat – was zur klinisch belegten Lagestabilität beiträgt: In einer prospektiven Studie wurde nach drei Jahren eine Rate von 0 % inferiorer Implantatdislokation (Drop out – Komplikation) dokumentiert.